Premier League: FC Arsenal nach drei Vize-Meisterschaften hungrig auf mehr - Mikel Artetas Ziel ist der Titel
VonJan Zesewitz
Update 05/08/2025 um 17:25 GMT+2 Uhr
Dreimal in Folge landete der FC Arsenal auf Platz zwei der Premier League. Der letzte Titel in der Liga ist 21 Jahre her. Seit Mikel Arteta das Traineramt übernommen hat, ist der Traum der Meisterschaft wieder realistisch. Das vergangene Jahr fühlte sich trotzdem eher wie ein Rückschritt an - man erreichte 15 Punkte weniger als im Vorjahr. Nun wagen die Gunners den nächsten Anlauf.
Arsenal will nach drei zweiten Plätzen endlich Meister in der Premier League werden
Fotocredit: Getty Images
"Es gibt sechs, sieben, acht andere Teams in der Liga, die die richtigen Zutaten haben, um zu gewinnen, aber am Ende kann nur eines den Titel holen", sagte Arteta in der Sommerpause.
Dass sein Team die richtigen "Zutaten" beisammen hat, davon ist der Spanier überzeugt: "Man muss jedes Jahr sehen wie sich die Dinge entwickeln, aber ich sehe bei uns die richtige Balance in Sachen Reife, Erfahrung, Jugend, Gier - all dies ist da."
Dafür haben die Gunners auch wieder einmal sehr viel investiert. Bisher wurden 224 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Mit den Neuzugängen fühlt sich Arteta bereit für den nächsten Angriff auf den englischen Thron - es ist bereits sein siebter bei Arsenal.
Angesichts der Investitionen von Meister Liverpool, dem FC Chelsea oder Manchester City wird der Schritt um eine Stufe nach oben für das Team nicht leichter. Sowohl der Titelverteidiger als auch Chelsea haben sogar noch größere Investitionen getätigt. "Das Level steigt", sagte Arteta. "Das wissen wir, darum müssen unsere Anforderungen ebenfalls steigen."
Arsenal: Das ist neu
Auf fast jeder Position gibt es bei Arsenal einen Neuzugang. Der wohl prominenteste und wichtigste ist der von Viktor Gyökeres - vor allem aufgrund des langwierigen Verhandlungsprozesses, ehe man den Schweden von Sporting Lissabon loseisen konnte.
Rund 65 Millionen Euro ließen sich die Londoner den Mittelstürmer kosten. 54 Pflichtspieltreffer in Portugal in der abgelaufenen Saison versprechen allerdings auch, dass der 27-Jährige die Summe mit Toren zurückzahlen könnte.
Doch Gyökeres ist nicht der teuerste Neuzugang der Gunners in dieser Transferperiode. Martín Zubimendi kam für 70 Millionen Euro von Real Sociedad. Der 26-Jährige soll im zentralen MIttelfeld die Abgänge von Jorghinho und Thomas Partey ersetzen. Das gilt auch für Christian Nörgaard, der Däne war zuvor Kapitän des Premier-League-Konkurrenten Brentford.
Die Neuzugänge sind keine Entwicklungsspieler, sie sind jetzt wohl auf dem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit und sollen Arsenal jetzt sofort verstärken. Dafür wurden sie für viel Geld geholt. Noni Madueke kostete 56 Millionen Euro und kommt von Chelsea - der 23-jährige Flügelspieler wurde in 32 Ligaspielen der Blues eingesetzt, erzielte sieben Tore und gab vier Vorlagen.
Auch im Tor bediente sich Arsenal bei Stadtrivale Chelsea: Mit Kepa kommt ein Konkurrent für David Raya. Schließlich verpflichteten die Gunners mit Cristhian Mosquera einen Mann für die Innenverteidigung vom FC Valencia.
Arsenal: Die neue Hoffnung
Gyökeres ist zwar schon 27 Jahre alt, aber er hat die Fähigkeiten, um wirklich Bewegung in die Saison der Gunners zu bringen. Ein kompromissloser Abschlussspieler fehlte Arteta in den vergangenen Jahren, als es jeweils für Platz zwei reichte.
Wenn der Schwede an seine Leistungen in Portugal anknüpfen kann, dann ist er auch in der Premier League ein Unterschiedsspieler und vielleicht das fehlende Puzzleteil für die Titelträume in Nordlondon.
Der Mittelstürmer hat allerdings bisher nie auf diesem Level gespielt, der Schritt zu Arsenal ist der bisher größte in seiner Karriere - acht Champions-League-Spiele für Sporting hin oder her.
"Als die Nachricht bekannt wurde und er sich der Größe des Klubs bewusst wurde, den er repräsentieren wird, und wie schnell heutzutage alles viral geht - seine unmittelbare Reaktion war glaube ich 'Wow'", sagte Arteta nach der Vorstellung von Gyökeres.
Arsenal: Das Fragezeichen
Direkt an Gyökeres könnte die Zukunft von Kai Havertz hängen. Bei Arsenal war der deutsche Nationalspieler oft glücklos, zwischenzeitlich erfolgreich und dann lange verletzt. Im Sturmzentrum dürfte für den 26-Jährigen kein Stammplatz mehr sein - welche Position könnte Arteta für Havertz vorsehen?
Arsenal ist auf allen Offensiv-Positionen stark besetzt, hinter der Spitze befindet sich eigentlich das Reich von Martin Ödegaard. Nach Havertz' Verletzung standen die Gunners plötzlich ohne Stürmer da - jetzt gibt es gleich zwei, die auf Spielzeit pochen dürften.
Im Testspiel gegen Tottenham (0:1) durfte der Deutsche von Beginn an ran, Gyökeres kam erst später in die Partie. Wirklich glänzen konnte er in seiner Spielzeit aber nicht. MIt Gabriel Jesus gibt es noch einen dritten Stürmer, der aber nach Kreuzband-Verletzung erst im Winter wieder eine Option sein dürfte.
Arsenal: Hier ist (noch) Bedarf
Die Mannschaft ist tief und hochkarätig besetzt. Ob die Neuzugänge ausreichen, um den Rückstand auf Liverpool aufzuholen und sich der Angriffe von City, Chelsea und Co. zu erwehren? Das wird sich erst in der Saison zeigen, aber der Kader hat keine "Baustellen" mehr offen.
Zwei Torhüter kämpfen um den Platz zwischen den Pfosten, vier Innenverteidiger stehen bereit, die Außenpositionen sind stark besetzt, im zentralen Mittelfeld wurden die Abgänge eins zu eins ersetzt - und statt einen Mittelfeldspieler wie Mikel Merino in den Sturm zu stellen, hat Arteta an dieser Stelle nun die Qual der Wahl.
Arsenal: Das kommt auf Mikel Arteta zu
Der Coach muss die lange Hoffnung der Fans auf einen Meistertitel managen - und im besten Fall die Sehnsucht erlösen. Das ist eine große Aufgabe, aber nach drei Vize-Meisterschaften in Serie das einzige Ziel, das den Gunners und Arteta bleibt.
Zudem stehen mit teuren Neuzugängen neben den etablierten Kräften starke Positionskämpfe an. Vor allem im Mittelfeld, wenn sich neben den Neuzugängen Nörgaard und Zubimendi auch noch Declan Rice und Merino tummeln.
Sogar Superstar Bukayo Saka hat mit Madueke einen teuren Konkurrenten für seine Position bekommen. Gleichzeitig werden die Gunners mit Liga, Pokal-Wettbewerben und Champions League wohl genug Spiele haben, um alle zufrieden zu stellen.
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